WEFA-WERKSTATT SONNEBERG
96515 Sonneberg - Köppelsdorfer Straße 153
 

Die WEFA-Werkstatt in der Köppelsdorfer Straße 153 in Sonneberg wird am 17. September feierlich eingeweiht. Zu Gast werden der Landesbischof und die Ministerin Ilene Ellenberger sein. In der Werkstatt für angepasstes Arbeiten werden künftig 102 Arbeitsplätze für geistig Behinderte zur Verfügung gestellt. Dann können die Behinderten endlich aus der Enge jetzigen alten Werkstatt in neue und bessere Räume umziehen. Die ehemalige Werkstatt wird dann für 40 psychisch Behinderte als Rehabilitationsstätte genutzt.

Zu dem neun Millionen Mark teuren Objekt steuerten das Thüringer Soziales und Gesundheit, der Landkreis Sonneberg und die Aktion Sorgenkind bei. In dem nun fast fertiggestellten Objekt wird in drei Arbeitsbereichen produziert: Kunststoffverarbeitung, Metallverarbeitung und Montage. Das besondere der WEFA ist, dass Behinderte in die Lage versetzt werden, unter industriellen Bedingungen zu arbeiten und trotzdem auf den speziellen Grad ihrer Behinderung geachtet wird. In vielen Werkstätten wird ja die Arbeit

In vielen Werkstätten wird ja die Handarbeit vorgezogen; bei der WEFA konnte ein höheres Leistungsniveau inzwischen erzielt werden. Die Aufträge bekommt die WEFA vor allem aus der heimischen Industrie und dem oberfränkischen Bereich. So werden Zulieferteile für die Spielzeug-Metall- und Autoindustrie gefertigt.
Unter dem Motto "Du kannst" wird mit den behinderten Menschen aus dem alten Landkreis Sonneberg an der beruflichen Bildung und Weiterbildung gearbeitet. So durchlaufen zunächst alle eine Berufsausbildungsstrecke, die sie befähigt in der Produktion tätig zu werden. Aber sie lernen durchaus auch lebenspraktische Dinge wie den Umgang mit Geld oder selbstständig für sich zu sorgen, so weit dies möglich ist. Ein Großteil der guten Motivation der in der Werkstatt Arbeitenden beziehen sie daraus, dass sie in die industrielle Fertigung integriert sind und so Arbeiten wie andere auch verrichten. "Das entscheidende für uns ist, der Behinderte ist ein Mensch, der zwar anders ist, aber von uns nicht anders zu bewerten ist. Er ist uns als Bruder oder Schwester von Gott zur Seite gestellt", sagt der Geschäftsführer des Diakonischen Werkes Sonneberg, Pfarrer Dietmar Schmidt.

Und so versteht er und sein Team die Arbeit in der WEFA. 1990 wurde die WEFA auf dem ehemaligen Grenztruppengelände eingerichtet. Große Hilfe kam damals aus Coburg. Der dortige Geschäftsführer der WEFA Rolf-Jürgen Freese hat seine Vorstellung von der Arbeit mit Behinderten sehr gut durchsetzen können und auch in Sonneberg eingebracht. Zur Betreuung der behinderten Menschen konnten hochmotivierte Mitarbeiter gewonnen werden, die alle zusätzliche Ausbildungen absolviert haben. Der Werkstattleiter Manfred Hörnlein ist seit vergangenen Jahr dabei und hat große Erfahrung in der Industrie gesammelt. Er ist der geeignete Ansprechpartner vor Ort. Vor kurzem konnten die Behinderten ihr künftig neues Domizil besichtigen. Die großzügigen Werkstätten, Aufenthaltsräume, Bildungsräume und Sanitäranlagen fanden ihre ungeteilte Aufmerksamkeit und manches Lob. Die Behinderten arbeiten werktags von etwa 8 bis 16 Uhr in ihren Werkstätten, natürlich mit entsprechenden Ruhepausen. Sie werden täglich von ihren Wohnorten oder aus ihren Heimen mit Fahrdiensten der Wohlfahrtsverbände zum Arbeitsort gebracht und abgeholt. Auch einen Teil ihrer Freizeit verbringen sie zusammen mit ihren Betreuern. So werden Geburtstage und andere Anlässe stets gemeinsam gefeiert. Besonders stolz sind die behinderten Menschen auf ihre eigene Arbeit.